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heute eine mail: "blabla blabla ... haben sie eigentlich auch email?"

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kollege springt plötzlich auf - hat die idee des tages: "hat einer von euch eigentlich schon mal überlegt, mit dem kopierer geldscheine zu kopieren, der ist doch so alt, mit dem müsste das noch gehen?!"
anderer kollege, ohne vom bildschirm aufzuschauen: "naja.. aber was willst du mit schwarz-weissen geldscheinen?"

ein mann muss tun was ein mann tun muss

der sohn ist st. pauli fan. die coolen sind st. pauli fans. die spacken, die prolls, die vokuhila-träger sind hsv fans. so ist das in hamburg. ausserdem wohnen wir ja auch in st. pauli und da ist man patriot.

mit fünf war der sohn mal kurz bei st. pauli bei den ganz kleinen. 3 oder 4 mal durfte er mitspielen. der trainer war ein alter dicker mann der "trainer" hiess und die kinder hiessen "du da!".
der sohn war ein virtuoser spieler. ohne den ball jemals zu berühren hüpfte er wie ein reh über den platz und während alle anderen sich auf ein tor zuarbeiteten machte er auf der anderen seite des spielfeldes dehnübungen. der trainer warf ihn raus. der hätte kein potential, das sähe er sofort.

mir kam das ganz recht. ich fand mich auch fehl am platze. mit einkaufstüten beladen am spielfeldrand fror ich mir den arsch ab, von abseits keinen schimmer. umgeben von vätern die mit angeschwollenen halsschlagadern ihrem nachwuchs hinterher brüllten, dass sie den ball irgendwo "reinmachen" sollten - wo genau, das war mir so wenig klar wie meinem sohn.

später spielte der sohn beim sc sternschanze. ein klasse verein. mit einem jungen sensiblen gutaussehenden trainer der auch einen namen hatte und der sogleich das spiel abpfiff, wenn ein kind hingefallen war. kinder, die andere umrempelten, mussten sich entschuldigen und selbst die trikots waren trotz biene maja optik garnicht so uncool - gesponsort von "dönerking".
in der mannschaft spielten sogar einige mädchen mit. die waren es allerdings am ende auch, die dem sohn sein dasein dort zur qual werden liessen. ständig jagten die ihm den ball ab und gaben ihn nicht wieder her. selbst dem trainer wurde das zu stressig mit den ehrzeizigen mädchen. als der das handtuch warf und eine trainerin an seine stelle trat, wurde auch dem sohn der druck zu stark und er gab auf.

seitdem spielte der sohn keinen fussball mehr. er kuckt es auch nicht im fernsehen und für die spiele am millerntor haben wir keine karte. der sohn ist fan im geiste. zweimal war er immerhin für die schülerzeitung als reporter da. mit presseausweis durfte er in der gegengerade zwischen den ultras stehen und mitsingen: "braun wie scheisse - weiss wie schnee, das sind die farben vom fc!" und beim spiel gegen essen darüber berichten: "essen ist fertig!" hiess sein artikel.

vor ungefähr einem jahr entdeckte er den baseball. er spielte wieder in irgend so einem dönerverein, war aber diesmal wie besessen von diesem sport. zweimal die woche fuhr er mit öffentlichen verkehrsmitteln alleine an den stadtrand zum baseballplatz, schlief nachts auf seinem handschuh auf dass der schön gescheidig werde, trug bereitwillig hautenge knickerbocker und rote kniestrümpfe und einen sogenannten "tiefschutz", der ihm viel zu gross war. der beim laufen zwischen den beinen tief in sein fleisch drückte - ohne zu murren stand er das durch denn ein mann muss tun was ein mann tun muss.
mit dem trainer verband ihn sein anbeginn eine fast zärtliche männerfreundschaft. er verehrte den trainer.

und dann kündigte der dönerverein dem trainer. aus heiterem himmel. man schickte ein schreiben raus, der trainer sei mit sofortiger wirkung entlassen. der sohn brach weinend zusammen. ohne seinen trainer würde er nie mehr baseball spielen!

eine woche später meldete sich der trainer. man habe ihm eine neue stelle angeboten. er könne die ganze mannschaft mitbringen. mitgliedsantrag schicke er per mail.
und was soll ich sagen: der sohn ist nach wie vor am boden zerstört, das problem hat sich nur etwas verlagert: er ist jetzt mitglied beim hsv.
zum trainig geht er allerdings mit st. pauli schal.

tageserkenntnisse

ich gehöre ja zu diesen hochbegabten, die die konsistenz einer materie auch ohne zu fühlen beurteilen können. die konstistenz meines kollegen zum beispiel, ist exakt dieselbe wie die meines nacken-stütz-kissens.

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mcwinkel - 29. März, 14:14
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Chikatze - 27. März, 00:43
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